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So schütze ich mich vor einem möglichen Aktiencrash: Zinssätze, Cash und Emotionen

Kommt er oder kommt er noch lange nicht? Der alles vernichtende Aktiencrash?

Diese Frage treibt viele private Anleger in den letzten Tagen um, verunsichert sie und schafft den Nährboden für unüberlegte, kurzfristige Kurzschlusshandlungen und Verkaufsattacken, getrieben von Panik und Angst.

Betrachten wir die aktuelle Lage einmal objekiv und nüchtern, frei von Emotionen.

Ich selbst schaue immer wöchentlich auf die US Zinsen. Folgender Link hilft mir dabei einen schnellen Überblick zu gewinnen.

https://www.comdirect.de/inf/maerkte/zinsuebersicht.html

Besonders wichtig ist der Zinssatz für 10 jährige Staatsanleihen und das Verhältnis zwischen kurzfristigen und langfristigen Zinsen.

In der Regel sollte man für langlaufende Anleihen mehr Zinsen erhalten als für kurzlaufende. Dreht sich das Verhältnis der Zinssätze um, also bekommt man für 5 Jährige mehr Zinsen als  für 10 oder 30 Jährige, dann ist Gefahr im Vollzug. Dann gehen die Banken nämlich ein geringeres Risiko ein diese Anleihen zu kaufen als dem Markt ( den Unternehmen ) Kredite zu gewähren. Das führt tendenziell zu einem Wirtschaftsabschwung und schlimmstenfalls zu einer Rezession. In 90 % der Fälle waren Rezessionen Auslöser für Aktiencrashs.

Neben der Renditeverteilung zwischen Kurzläufern und Langläufern schaue ich mir auch den Zinssatz der 10 jährigen US Bundesanleihen an. Steigt dieser Zinssatz über 3,5 %, dann ist erfahrungsgemäß ebenfalls Gefahr im Verzug. Anleger schichten große Kapitalströme um: raus aus Aktien rein in Anleihen.

Aktuell treiben mich drei objektive Kennzahlen um:
der Zinssatz 10 jähriger US Staatsanleihen kommt der 3 % Marke gefährlich nahe und ist der „zerstörerisch“ wirkenden Rendite von 3,5% nicht mehr fern.
Das sogenannte Schiller KGV (durchschnittliches Kurs Gewinn Verhältnis der letzten 10 Jahre bereinigt um die Inflationsrate) ist für die S&P500 Werte mit ca. 33 so hoch wie nie zuvor. Nur einmal im Jahre 2000 war es höher.
Die Zahl an Kredit finanzierter Spekulation ist so hoch wie selten zuvor.

Drei Faktoren, die die Aktienbewertung schlagartig in einer Kettenreaktion drücken könnten und so zu einem Aktiencrash von mehr als 20 % Rückgang führen könnten.

Ob das morgen oder in 2 Jahren kommt, vermag ich sicherlich nicht vorherzusehen.

Jedoch bin ich nicht mehr wie noch vor 2 Jahren uneingeschränkt von steigenden Aktienkursen überzeugt.

Meine persönliche Erfahrung aus zwei Crashs ( 2000 bis 2003 und 2007 bis 2009 ) hat mich gelehrt, dass ein Crash irgendwann vorbei ist und der Geduldige mit steigenden Kursen wieder belohnt werden wird.
Die Kunst und auch psychologisch harte Arbeit ist es, seine Emotionen während der Crashphase im Griff zu haben und genügend Cash am Rande parken zu haben, um nach dem Crash billig die besten Aktien der Welt nachkaufen zu können. Ein großer Fehler 2000 war, dass ich zu 100 % investiert war und keine Rücklagen hatte, um im Jahre 2003 billigst die besten Aktien der Welt kaufen zu können. Dieser Hebel war verwirkt. Das wird mir nie wieder passieren.

Daher mein persönlicher Schutz vor einem möglichen Crash.

Aktuell kaufe ich keine neuen Aktien mehr.
Ich halte meine Sparrate aufrecht, lasse das Geld jedoch im Aktiendepot liegen.
Ich verkaufe keine meiner „besten Aktien der Welt“, die über eine operative Marge größer 20 % und einer Nettorendite größer 20 % verfügen. Aktien, die nicht über diese Kennzahlen verfügen sollten im Abwärtstrend zu Cash gemacht werden.
Ich verdiene wöchentlich weiter an Dividendenausschüttungen durch das Halten meiner Aktien.
Die Sparrate und die Dividendenzuflüsse erzeugen kontinuierlich zusätzliches Kapital für die Zeit nach dem Crash.

So bin ich doppelt geschützt.
Bleibt der Crash aus freue ich mich über steigende Aktienkurse.
Kommt er doch, dann habe ich genügend Cash um am Umkehrpunkt billigst die Top Aktien der Welt einzusammeln.

Es ist alles eine Frage der Psychologie und Grundeinstellung.

Wir als Privatanleger haben gegenüber den institutionellen einen klaren Vorteil.

Wir können auch  zwei, drei Quartale oder ein ganzes Jahr eine negative Buchwertentwicklung durchstehen.
Das gelingt den wenigsten Institutionellen. Der ewige Kampf um Performance lässt manchen Fondmanager schlechter schlafen oder gefährdet am Ende seinen Job.

That´s life.

Im Übrigen habe ich die Cashrate meines Flagship wikifolios MPINVEST Globale Trends auf 55 % erhöht. In diesem wikifolio habe ich alle Anteile reduziert und den Investitionsgrad der Werte in einem Abwärtstrend sehr stark reduziert. Dieses Money Management hat das wikifolio MPINVEST Globale Trends im Jahre 2018 mit nur 1,0 % Verlust vor einem stärkeren Rückschlag bewahrt.

Sollte sich die Stimmung wieder aufhellen, dann wird sicherlich auch der Investitionsgrad erhöht werden.

zum wikifolio MPINVEST Globale Trends

In diesem Sinne bin ich vorbereitet auf einen möglichen Crash.
Aber er muss ja noch lange nicht kommen. Die Zeit wird es uns sagen.

 

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