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Aktienbewertung leicht gemacht – zehn Kriterien für bessere Anlageerfolge

In diesem Artikel beschreibe ich zehn Kriterien, mit denen ich Unternehmen und deren Aktien bewerte und eine gute und treffsichere Grundlage für meine langfristigen Investitionsentscheidungen schaffe.
Bewegen sich die Kennzahlen aller zehn Kriterien innerhalb meiner selbst gesteckten Zielmarken, so habe ich eine große Chance mit dieser Aktie langfristig über dem Markt liegende Renditen zu erwirtschaften.

Am letzten Wochenende besuchte ich als Zuhörer eine Investment Veranstaltung in München. Einer der Vortragenden hob die Leistung seiner Gesellschaft hervor, in der die Analysten und Fond Manager ca. 500 Firmen global beobachten und in persönlichen Gesprächen mit der Unternehmensleitung  vor Ort drei- bis viermal im Jahr eine persönliche Einschätzung über Geschäftsmodell, Märkte und Zukunft der Unternehmen gewinnen. Es werde nur in Unternehmen investiert, deren Geschäftsführung persönlich bekannt, loyal und seriös sei.

Sofort dachte ich an den enormen Aufwand einer Fondgesellschaft   und an die Möglichkeiten, die ein privater Investor eigentlich hat.
Ich jedenfalls kann nicht an 2.000 Tagen im Jahr durch die Welt reisen und Firmenbosse besuchen und interviewen.

Für einen privaten Investor gibt es heute jedoch reichhaltige Möglichkeiten, eine Firma und ein Geschäftsmodell nachhaltig zu beurteilen und deren Aktien einzuschätzen.

Mein Bewertungsmodell besteht aus zehn Kriterien und kombiniert fundamentale und technische Parameter.

Wichtige Kriterien der fundamentalen Bewertung können einfach im Internet auf Microsoft Networks Finanzen (*) unter Finanzdaten und Analyse eingesehen werden.

Folgende Kriterien sind mir persönlich äußerst wichtig:

die Operative Marge soll mindestens 15 % betragen.  Ist das der Fall, so können wir davon ausgehen, dass die Firma über ein profitables Geschäftsmodell mit einem guten Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten  verfügt.  Ab 20 % spreche ich von einem Burggrabenunternehmen.
Darüber hinaus die Netto Marge, die zumindest 15 % sein soll.  Diese Kennzahl stellt ein Maß der Wirtschaftlichkeit einer Firma dar und sagt einfach ausgedrückt, wie eine Firma mit Gewinnen und Lizenzen aus Produktverkäufen und den Kosten für den Geschäftsbetrieb inkl. Forschung und Entwicklung umgeht.
Ebenso sollte das KGV positiv sein und den Wert von 60 nicht überschreiten. Dadurch verhindert man Aktien von Firmen zu kaufen, die Verluste schreiben oder deren Aktien zu hoch bewertet sind.
Es mag durchaus vorkommen, dass Aktien ein KGV von 80 oder 100 aufweisen und deren Wachstum sich mit 80 % pro Jahr oder pro Quartal beschleunigt.
Das mag in manchen Situationen gerechtfertigt sein, jedoch erhöht sich hier das Risiko eines herben Rückschlages, wenn die Wachstumsraten nicht aufrechterhalten werden können. Solche Werte kann man oft im Segment Wachstumswerte bei jungen, aufstrebenden Firmen im Technologiesektor  finden.

Ebenso achte ich besonders auf  Gewinn und Umsatz. Beide müssen über mindestens fünf Jahre steigende Tendenz aufweisen. Wächst der Gewinn prozentual stärker als der Umsatz so deutet das auf eine verbesserte Marge und einen verbesserten Wettbewerbsvorteil hin.

Nun kommt als sechstes Kriterium das Verhalten der Aktie nach Bekanntgabe der Quartalszahlen hinzu.
Meldet eine Firma Quartalszahlen, die „über den Erwartungen der Analysten“ liegen und steigt die Aktie daraufhin überproportional an, so ist dies ein sehr guter Hinweis darauf, dass die Trendfortsetzung gelingen kann und die Aktie in den nächsten Monaten weiter steigt.

Gerade jetzt ist wieder Quartalssaison. Aktiengesellschaften berichten über Ihre Ergebnisse und geben einen Ausblick auf die nahe und manchmal auch ferne Zukunft. Manchmal heben oder senken Sie auch die selbst gesteckten Ziele.
Machen Sie es sich zur Gewohnheit die Quartalsberichte einzusehen und auf die Reaktion des Marktes zu achten. Es kann sich durchaus lohnen.

Als letztes fundamentales und insgesamt siebtes Kriterium ist eine Veränderung der Unternehmensziele des Unternehmens durch den Vorstand oft entscheidend und kursrelevant. Hebt der Verstand das Umsatz-,  Gewinn- oder Marge Ziel während einer Geschäftsperiode unerwartet an, so zeugt dies von einem besser als erwarteten  Geschäftsklima und wird oftmals vom Markt mit einem Kursfeuerwerk begleitet. Steigt die Aktie dann auch noch auf ein 52W Hoch, ist das für mich ein klares Kauf- oder Nachkaufsignal.

Entgegengesetzt kann eine Reduktion dieser Zielgrößen oder gar eine Gewinnwarnung kurzfristig zu herben Kursverlusten führen, vor allem wenn sie völlig unvorbereitet den Markt trifft. Solche Aktien sind prinzipiell zu meiden.

Sind diese fundamentalen Kriterien erfüllt, so wird die technische Verfassung der Aktie untersucht.

Dabei soll ein klarer Aufwärtstrend vorliegen.
Das heißt, der Kurs der Aktie soll größer als der gleitende Durchschnitt der letzten 50 Tage ( GD 50 ) sein und dieser wiederum größer als der gleitende Durchschnitt der letzten 200 Tage ( GD 200 ).

Liegt darüber hinaus eine  Trendstärke ** größer 1 % und eine befriedigende Trendstabilität ** größer 10 vor, dann handelt es sich um einen starken, stabilen und  langfristigen Aufwärtstrend.

Sind alle diese zehn Kriterien erfüllt, so gibt mir dies eine ausreichende Sicherheit, in eine aufstrebende Firma und deren Aktien zu investieren.  Die konsequente Anwendung dieser Kriterien schließt von vorne herein die meisten Firmen für eine langfristige Investition aus und verhindert so viele negative Ergebnisse bei der Aktienauswahl.

Zusammenfassung meiner zehn Kriterien zur Bewertung eines Unternehmens  und deren Aktie:

Operative Marge größer 15 %

Netto Marge größer 15 %

KGV positiv und kleiner 60

Gewinne der letzten 5 Jahre steigend

Umsatz der letzten 5 Jahre steigend

Reaktion des Marktes nach Bekanntgabe der Quartalszahlen

Anhebung der Unternehmensziele durch den Vorstand

Kurs größer GD 50 größer GD 200

Trendstärke**  größer 1%

Trendkontinuität** ( 1 Jahr ) größer 10

 

Bewegen sich die Kennzahlen aller zehn Kriterien innerhalb meiner selbst gesteckten Zielmarken, so habe ich eine große Chance mit dieser Aktie langfristig über dem Markt liegende Renditen zu erwirtschaften.

*https://www.msn.com/de-de/finanzen

**Definition und Indikatorentwicklung von Traderfox  ( https://traderfox.com )
Trendstärke in Prozent: dieser Indikator wurde von TraderFox entwickelt und wird wie folgt berechnet: Steigung des GD 100 in Prozent  mal 5 + Steigung des GD20 in Prozent.

Trendkontinuität dieser Indikator wurde von TraderFox entwickelt und wie folgt berechnet: Steigung des GD260 dividiert durch die Volatilität der Tagesrenditen.

 

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4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Thomas Fischelmaier
30/10/2017 08:15

interessanter Ansatz

Antworten
Margret Müller
06/11/2017 07:30

Bitte meine E-Mail Adresse auf die Verteiler-Liste setzen um die neuesten Beiträge zu erhalten.

Antworten
Friedel Horneff
28/12/2017 19:10

Haken gesetzt

Antworten
Friedel Horneff
28/12/2017 19:10

xxxxx

Antworten

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